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Vanille

Kurz gesagt

Vanille ist die Duftnote nach den fermentierten Schoten der Orchidee Vanilla planifolia und wird meist als Basisnote eingesetzt. Ihr Hauptaromastoff Vanillin lässt sich seit 1874 auch synthetisch herstellen.

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Vanille ist die Duftnote nach den fermentierten Schoten der Kletterorchidee Vanilla planifolia. Im Parfum sitzt sie meist in der Basis, also bei den Noten, die zum Vorschein kommen, wenn die flüchtigeren Kopf- und Herznoten verflogen sind. Der Duftstoffhersteller Symrise zählt sie zu den weltweit beliebtesten Duftnoten. Ihr Hauptbestandteil Vanillin lässt sich aus der Schote gewinnen oder synthetisch herstellen.

Woher Vanille kommt

Die Orchidee stammt ursprünglich aus Mexiko, Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika. Angebaut wird sie heute vor allem auf Madagaskar, außerdem in Mexiko, Französisch-Polynesien, auf La Réunion, in Indonesien und einigen Karibikstaaten.

Direkt nach der Ernte haben die grünen Schoten noch kein Aroma. Das Aroma entsteht erst beim Fermentieren: Die Schoten schwitzen tagelang in der Sonne und trocknen dann mehrere Monate, bis sie dunkelbraun sind.

Außerhalb Mexikos ließ sich Vanille erst ab 1841 anbauen. Damals fand der zwölfjährige, versklavte Edmond Albius auf La Réunion heraus, wie sich die Blüten der Orchidee von Hand bestäuben lassen. Das ist nötig, weil ihr natürlicher Bestäuber dort fehlt.

Nach Angaben der Linnean Society kamen 2017 bereits 40 Prozent der Weltproduktion aus Madagaskar. Mexiko, wo die Pflanze herkommt, lag nur noch bei etwa 6 Prozent.

Naturvanille und Vanillin

Vanillin ist der Stoff, der den typischen Geruch der Vanille am stärksten prägt. Erstmals isoliert hat ihn 1858 der französische Chemiker Théodore Nicolas Gobley, und zwar aus Vanilleextrakt.

1874 stellten die deutschen Chemiker Ferdinand Tiemann und Wilhelm Haarmann Vanillin erstmals synthetisch her. Sie gewannen es aus Coniferin, einem Stoff aus Kiefernrinde, und klärten im selben Jahr seine chemische Struktur.

Das Patent meldete Haarmann am 10. April 1874 an. In Holzminden baute Haarmann die nach heutigem Kenntnisstand erste Fabrik der Welt, die einen Duft- oder Aromastoff industriell synthetisch herstellte. Aus der Firma Haarmann & Reimer wurde später der heutige Duft- und Aromahersteller Symrise.

Chemisch sind Naturvanille und Vanillin nicht dasselbe. Natürlicher Vanilleextrakt enthält neben Vanillin mehrere hundert weitere Verbindungen. Reines Vanillin ist dagegen ein einzelner, klar definierter Stoff.

Weil Naturvanille knapp und teuer ist, deckt synthetisches Vanillin den größten Teil des weltweiten Bedarfs. Im Jahr 2001 etwa standen einer Nachfrage von 12.000 Tonnen Vanillin nur 1.800 Tonnen aus natürlicher Herstellung gegenüber, also 15 Prozent der Nachfrage. Hergestellt wird Vanillin heute meist aus Guajakol. Daneben gibt es Vanillin, das biotechnologisch per Fermentation entsteht.

Rolle im Parfum

Laut Symrise war Guerlains Jicky von 1889 der erste Duft der feinen Parfümerie, der auf synthetisches Vanillin setzte. Mit Jicky wurde die Note in der Parfümerie populär. Auch bei Klassikern wie Opium von Yves Saint Laurent bildet Vanille zusammen mit Amber die Basis.

In Gourmand-Düften, also Parfums mit süßen, essbaren Noten, ist Vanille besonders stark vertreten und fehlt dort fast nie. Wie gefragt Vanille als Trend ist, zeigt unser Trend-Radar.

Düfte mit Vanille

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Quellen

7
  1. Encyclopaedia Britannica: Vanilla, abgerufen
  2. Symrise Vanilla: A global favorite, abgerufen
  3. Wikipedia: Note (perfumery), abgerufen
  4. Wikipedia: Vanillin, abgerufen
  5. The Linnean Society: Edmond Albius, the boy who revolutionised the vanilla industry, abgerufen
  6. Symrise: The Big Bang (150 shades of innovation, Vanilla), abgerufen
  7. The Perfume Society: Gourmand, abgerufen

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